Amherd: «Zum Schutz von Land und Leuten»

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Braucht es Kampfflugzeuge
 

Auftakt zur Meinungsbildung im Kanton Luzern über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge: Bundesrätin Viola Amherd warb in Sempach vor 250 Personen engagiert für ein Ja. Der Anlass wurde von der AWG Luzern in Zusammenarbeit mit der IHZ, dem KGL und dem IFU organisiert.

Wer das eigene Land verteidigen wolle, brauche auch Schutz in der Luft, betonte die Bundesrätin: «Die Luftwaffe ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Verteidigung.» Doch hier liege das Problem. Die Tigerflotte sei schon heute veraltet und der F/A 18 gelange 2030 ans Ende seiner Lebensdauer. Die Verteidigungsministerin appellierte an die Verantwortung der heutigen Generation für genügend Sicherheit in den nächsten Jahrzehnten zu sorgen.

Luftwaffe in jedem neutralen Land

Bundesrätin Viola Amherd sieht keinen Widerspruch zwischen Neutralität und Selbstverteidigung. «Wir brauchen eine moderne, schlagkräftige Luftwaffe zum Schutz unseres Land und der Menschen in dieser Schweiz.» Kein anderes neutrales Land in Europa verzichte auf eine Luftwaffe. Als «vertretbar» bezeichnete Viola Amherd den Kredit von sechs Milliarden Franken und als «richtig» das Vorgehen. Zuerst soll das Volk des Grundsatzentscheid fällen können und erst nachher werde in einem mehrstufigen, trans- parenten Vergabeprozess der Typus bestimmt.

Arbeitsplätze in der Zentralschweiz

Einen spannenden Schlagabtausch lieferten sich am Podium die befürwortenden Nationalrätin Ida Glanzmann-Hunkeler (CVP, LU) und Ständerat Thierry Burkart (FDP, AG) mit den ablehnenden Nationalrätinnen Priska Seiler Graf (SP, ZH) und Manuela Weichelt (Grüne, Zug). Heute gehe es um andere Bedrohungen als um Angriffe aus der Luft, erklärten die Gegnerinnen und plädierten für eine günstigere Lösung. Dem widersprach die Pro-Seite: «Wir müssen im Fall der Fälle vorbereitet sein», so Ida Glanzmann-Hunkeler. Die Befürworter machen auch die wirtschaftliche Bedeutung geltend. Viele Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt von dieser Beschaffungsvorlage ab. Bi.

Der erste politische Grossanlass «Wir wollen mit unserer Veranstaltung ein Zeichen des Optimismus und des Aufbruchs setzen, dass es auch in der aktuellen Pandemie möglich ist, öffentliche Veranstaltungen durchzuführen», sagte AWG-Präsident Josef Wyss in der Begrüssung. Die AWG habe zusammen mit der IHZ, dem KGL und dem IFU nicht den Weg des geringsten Widerstands gewählt. «Heute werden viel zu viel und zu schnell mittelgrosse Anlässe abgesagt», so Wyss. Allerdings müsse man als Organisator eine hohe Verantwortung übernehmen und ein anspruchsvolles Schutzkonzept umsetzen. In der Festhalle Sempach wurde mit vier Sektoren gearbeitet. Damit entfiel während der Veranstaltung der Mundschutz und zum anschliessenden Apéro traf man sich sektorweise. Josef Wyss war stolz, dass die AWG den ersten politischen Grossanlass seit dem Lockdown durchgeführt hat. «Wir hoffen auf eine starke Ausstrahlung und Nachahmereffekt, denn unsere Demokratie lebt von Debatten auf Augenhöhe.»

 

Impressionen 

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    Tags: Wirtschaft, Abstimmung

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